"Es wird hart, aber ich habe Bock"
Vom 4. bis 6. September 2026 richtet sich der Blick der deutschen Biathlonszene in den Hochschwarzwald. Erstmals finden die Deutschen Meisterschaften im Nordic-Center am Notschrei statt. Mit dabei ist auch der Willinger Biathlet Linus Kesper, der dem ersten großen nationalen Vergleich nach einer guten Sommer-Vorbereitung zuversichtlich entgegenblickt.
Bevor der Kampf um die Meistertitel ansteht, nutzte Kesper die belgischen Meisterschaften für einen letzten Test unter Wettkampfbedingungen und sicherte sich in Elsenborn Rang fünf. „Das hätte besser laufen können, aber mit vier Fehlern landet man eben nicht ganz vorn“, lautete sein Fazit. Im Anschluss reiste er von Belgien zurück nach Willingen. Das spare Reisezeit und passe gut in seinen Trainingsrhythmus. Denn in den Tagen vor den nationalen Titelkämpfen will er die Belastung etwas reduzieren, um möglichst ausgeruht in die Rennen zu gehen.
Mit seiner bisherigen Vorbereitung ist der 23-Jährige zufrieden. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei der Sommer deutlich entspannter verlaufen. „Ich war längst nicht so viel unterwegs und konnte mein Training dadurch besser strukturieren“, berichtet er. Auch für regelmäßige Besuche in der Heimat blieb genügend Zeit.
Obwohl Kesper derzeit keinem Kader angehört, konnte er auf die Förderung des Zolls bauen. „Ich bin daher gut durch die Vorbereitung gekommen, und auch die Testwettkämpfe liefen ordentlich“, zieht er ein positives Zwischenfazit. Insgesamt sei die Situation für ihn inzwischen entspannter und besser planbar als noch im Vorjahr.
Entsprechend groß ist auch die Vorfreude auf die Deutschen Meisterschaften. „Das ist der erste große Vergleich. Ich bin sehr gespannt, wo ich stehe, und freue mich richtig darauf.“ Gleichzeitig weiß er, dass die Rennen eine anspruchsvolle Standortbestimmung werden: „Es wird hart, aber es kann auch richtig gut werden. Ich habe auf jeden Fall Bock.“
Im Nordic-Center am Notschrei trifft er auf die nationale Biathlonelite. Die Meisterschaften gelten als wichtiger Härtetest vor dem Beginn der Wintersaison. Drei Wettbewerbe stehen auf dem Programm: Nach dem offiziellen Training am Donnerstag, 3. September, beginnen die Titelkämpfe am Freitag mit den Einzelrennen der Damen und Herren. Am Samstag folgen die Sprints, bevor am Sonntag die Entscheidungen in der Verfolgung fallen.
Für das Meisterschaftswochenende rechnen die Organisatoren mit mehr als 4000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Für Linus Kesper geht es am Notschrei nicht nur um möglichst gute Platzierungen. Die Rennen sollen ihm vor allem zeigen, wo er nach den Trainingsmonaten im nationalen Vergleich steht. Seine bisherige Vorbereitung stimmt ihn jedenfalls optimistisch: „Ich bin zuversichtlich und freue mich auf die Deutsche Meisterschaft.“