Steffen Lignau behält Nerven und siegt
16.März 2026

Steffen Lignau behält Nerven und siegt

16
März
Erstellt von Friederike Weiler
Kategorie: Club-News, Skispringen
2026
16 .März 2026
Kategorie: Club-News, Skispringen
Erstellt von Friederike Weiler

Mit einem starken Sieg im letzten Einzelwettkampf und Rang zwei in der Gesamtwertung krönte Skispringer Steffen Lingnau vom Ski-Club Willingen vergangenes Wochenende seine Saison beim Finale des Deutschen Schülercups in Oberstdorf. Trotz schwieriger Bedingungen zeigte er Nervenstärke und sicherte sich mit der Tagesbestweite von 58,5 Metern den verdienten Abschluss-Erfolg. „Steffen hat erneut unter Beweis gestellt, dass er zu den größten deutschen Nachwuchstalenten im Skispringen zählt“, freute sich Trainer Daniel Luckey.

 

Bei 17 Grad und Sonnenschein wurde in Oberstdorf auf der 56-Meter-Schanze trainiert, bevor am Samstag der letzte Einzelwettkampf anstand. Wegen des durch die hohen Temperaturen stark aufgeweichten Schnees und der entstandenen Rillen im Aufsprunghang musste der Wettkampf jedoch nach einem Durchgang abgebrochen werden. Außerdem wurde nach 102 Springern kurz vor Schluss noch einmal unterbrochen, damit der Hang für die letzten beiden Athleten erneut präpariert werden konnte. Steffen, der als Vorletzter startete, benötigte starke Nerven und wartete rund fünf Minuten, bis die Ampel wieder auf Grün sprang. Unbeeindruckt von der Pause landete er bei der Tagesbestweite von 58,5 Metern und holte sich damit souverän den Sieg.

 

Teamkollege Ben Mungenast sprang 42 Meter weit und belegte in derselben Altersklasse Rang 17. Johannes Modjesch, der sich durch starke Leistungen im kleinen Schülercup für das Finale qualifiziert hatte, durfte bei den ein Jahr älteren Springern der S14 starten. Er haderte besonders mit dem Wegfall des zweiten Durchgangs: In seinem einzigen Wertungssprung hatte er Probleme im Flug, und bei nur 5,5 Metern Rückstand auf die Spitze wären im zweiten Versuch noch viele Plätze möglich gewesen. So wurde es in dem engen Feld Platz 28 von 42 Startern. „Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit seiner Leistung an diesem Wochenende und freue mich, ihn ab der kommenden Saison in meine Trainingsgruppe aufnehmen zu dürfen“, sagte Luckey.

 

Trotz seines Finalsieges musste Steffen das Führungstrikot in der Gesamtwertung abgeben. Da die drei schwächsten Saisonergebnisse gestrichen wurden, rückte sein Freund Julian Schonhardt aus Baden-Württemberg an die Spitze und holte sich den Gesamtsieg. Ben Mungenast belegte in der Endabrechnung Platz 20. Und Britta Kühne, die wegen eines Schüleraustauschs in Frankreich nicht am Finale teilnehmen konnte, schloss die Saison auf Rang 37 von 54 Springerinnen ab. „Ein starkes Ergebnis, da sie in der Mädchenklasse gegen zwei ältere Jahrgänge antreten musste“, so Luckey.

 

Das für Sonntag geplante Teamspringen musste leider abgesagt werden. „Nach dem starken zweiten Platz im Vorjahr hatten wir gemeinsam mit dem Westdeutschen Skiverband erneut ein vielversprechendes Team am Start und hofften wieder auf einen Podestplatz“, sagte Luckey und fügte an: „In der Nacht auf Samstag war jedoch nasser Schnee gefallen, der den Aufsprunghang extrem stumpf machte. Die Jury ordnete daher an, dass alle Springer und Springerinnen zunächst eine Abfahrt vom Schanzentisch absolvieren mussten, um sich auf das starke Bremsen einzustellen und den Schnee etwas zu verdichten.“ Anschließend versuchte das Oberstdorfer Schanzenteam, mit Salz die Bedingungen zu verbessern. Doch der Hang wurde immer weicher, sodass die Jury den Wettkampf schließlich aus Sicherheitsgründen absagte.

 

Die Deutsche Jugendmeisterschaft, bei der Steffen dieses Wochenende noch angetreten wäre, wurde wegen der warmen Witterung bereits abgesagt. Für Steffen und Ben war es zudem der letzte Schülercup. Beide wechseln nun in die Trainingsgruppe von Landestrainer Anže Brankovič und gehen ab der kommenden Saison im Deutschlandpokal an den Start. „Auch wenn mir der Abschied nach einer sehr schönen und intensiven Zeit im Schülercup nicht leichtfällt, freue ich mich, die beiden auf ihrem weiteren sportlichen Weg in guten Händen zu wissen“, sagte Daniel Luckey.